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GIST

Das Gespenst hat seine Schrecken verloren

GIST

Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) sind bösartige Krebsgeschwülste des Verdauungstraktes und zählen zur Gruppe der Weichgewebssarkome. Sie siedeln sich bevorzugt im Bindegewebe des Magens, in selteneren Fällen auch im Dünndarm oder anderen Bereichen wie der Speiseröhre an und entwickeln sich dort schleichend. In vielen Fällen wird die Diagnose verspätet gestellt, da sich Beschwerden wie Übelkeit, Schmerzen oder Blutungen häufig erst bei fortgeschrittener Krankheit bemerkbar machen.

Ursache für die Entstehung von GIST ist ein fehlerhaftes Gen. Bei gesunden Menschen sitzt in den Zellen des Magen-Darm-Traktes ein Enzym, das als Bindungsstelle für Wachstumsstoffe und somit als "Schalter" dient. Bindet nun ein Wachstumsstoff an das Enzym, wird dieses aktiviert und regt das Zellwachstum an. Wenn sich diese Bindung wieder löst, wird das Enzym deaktiviert und die Zellen teilen sich nicht mehr weiter.

Im Falle eines Gendefektes ist dieses Enzym - die Tyrosinkinase - aber dauerhaft produktiv und lässt sich nicht "abschalten". Dadurch kommt es zu einem massenhaften Zellwachstum: Ein Tumor entsteht, benachbartes Gewebe wird zerstört.

Folge der oft zu späten Erkennung ist das Risiko der Metastasierung. Wie bei jeder Krebserkrankung wandern dann Tumorzellen in andere Organe und bilden dort weitere Wucherungen. So ist bei GIST die Streuung in die Leber charakteristisch.

Da sich GIST gegen Chemo- und Strahlentherapie als sehr resistent erwiesen haben, war eine erfolgreiche Behandlung bisher sehr problematisch, wodurch die Krebsform auch zu den am schwersten therapierbaren zählte. Unbehandelt liegt bei fortgeschrittenem GIST die Lebenserwartung der betroffenen Patienten bei zwölf bis achtzehn Monaten.

Grund zur Hoffnung gibt aber ein Arzneimittel, das in den vergangenen zwei Jahren sehr erfolgreich angewendet wurde. Es gehört zu einer neuen Medikamentengeneration, die bei dem aktivierten Enzym in den Krebszellen ansetzt. So wurde ein Tyrosinkinase-Hemmer entwickelt, der an das daueraktive Enzym bindet und seine Tätigkeit zum Stillstand bringt.

Verschiedene Studien belegen, dass das Tumorwachstum in den meisten Fällen gestoppt und vielfach sogar eine Rückbildung der Geschwülste erzielt werden konnte. Diese Entwicklung lässt viele Menschen wieder positiv in die Zukunft blicken.

 

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