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Brustkrebs - Entstehung, Therapie und Vorsorge
Entstehung, Therapie & Vorsorge
Fragen & Anwtorten zur Entstehung, Therapie und Vorsorge
Brustkrebs ist in den westlichen Industrienationen die häufigste Krebserkrankung der Frau, jede neunte Österreicherin ist im Laufe ihres Lebens davon betroffen. Alljährlich werden mehr als 5.000 neue Fälle diagnostiziert.
Das altersbezogene Vorkommen beginnt langsam ab dem zweiten und dritten Lebensjahrzehnt (vor dem dritten Lebensjahrzehnt eher selten), nimmt ab dem vierten Lebensjahrzehnt deutlich an Häufigkeit zu und zeigt sich zwischen dem fünften und siebenten Lebensjahrzehnt am stärksten ausgeprägt. 60 Prozent der Erkrankungen treten erst nach dem 60. Lebensjahr auf.
In den letzten Jahrzehnten hat die Häufigkeit der Erkrankung merklich zugenommen. Erklärbare Gründe für diese Zunahme liegen einerseits in der verbesserten Früherkennung, andererseits in einer deutlich verlängerten allgemeinen Lebenserwartung. Die wesentlichen Ursachen für die Zunahme sind allerdings nicht bekannt.
Wie alle anderen Krebsarten entsteht auch das Mammakarzinom, wenn die Balance zwischen Zellwachstum und Zelltod außer Kontrolle gerät. Jeder Mensch trägt Krebszellen in sich, diese sterben allerdings immer wieder ab. Ein Vorgang, der in der Medizin „programmierter Zelltod“ oder „Apoptose“ genannt wird. Gesteuert wird diese Balance von den Genen. Gerät das Zellwachstum außer Kontrolle und entstehen durch Zellteilung mehr Zellen als durch die Apoptose sterben, entwickelt sich der Tumor.
Der Gendefekt kann erblich bedingt sein oder durch äußere Einflüsse wie ungesunden Lebensstil oder psychischen Stress auftreten. Obwohl die genauen Ursachen von Brustkrebs noch nicht bekannt sind, haben statistische Untersuchungen auf Merkmale (Risikofaktoren) aufmerksam gemacht, die eine Brustkrebs-Entstehung begünstigen können.
Welche Risikofaktoren gibt es?
Ein mäßig erhöhtes Risiko tragen Frauen mit folgenden Merkmalen:
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frühe Menstruation in der Jugend oder späte Wechseljahre (mehr als 40 Menstruationsjahre)
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inderlosigkeit
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erste ausgetragene Schwangerschaft nach dem 30. Lebensjahr
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Abortus vor der ersten ausgetragenen Schwangerschaft
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erhöhter Alkoholkonsum
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Vitamin-A -Mangel
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geringe körperliche Aktivität bei Jugendlichen
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überdurchschnittliches Körpergewicht
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Erkrankungen an Gebärmutter- , Eierstock- oder Dickdarmkrebs in der Vorgeschichte
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Östrogen-Langzeitbehandlung (Substitution).
Von erhöhtem Risiko wird in den folgenden Fällen gesprochen:
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genetische Disposition (Vorkommen von Brustkrebs in der Familie)
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Alter (60 Prozent der Brustkarzinom-Fälle treten ab dem 60. Lebensjahr auf)
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atypische duktale, lobuläre Hyperplasie (vierfach erhöhtes Risiko - entspricht einer atypischen Veränderung der Zellen)
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Carcinoma lobulare in situ (CLIS; sieben- bis zehnfach erhöhtes Risiko - entspricht trotz seines Namens keinem Karzinom, sondern gilt als Vorstufe)
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Brustkarzinom in der Vorgeschichte (vier- bis fünffach erhöhtes Risiko)
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hohe Bestrahlungsdosen auf die Brustwand vor dem 30. Lebensjahr (vierfach erhöhtes Risiko)
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sehr dichte Brust (mehr als 75 Prozent der Brust sind knotig verändert - vierfach erhöhtes Risiko).
Der Begriff Mastopathie stellt keinen krankhaften Befund dar, er beschreibt die unterschiedliche Dichte bzw. teilweise knotige Umformung der Brust, die in einem normalen bis mittleren Ausmaß keine Erhöhung des Brustkrebs-Risikos darstellt.
Wie kann das Risiko vermindert werden?
Für die folgenden Merkmale eines gesunden Lebensstils konnte in wissenschaftlichen Studien gezeigt werden, dass sie das Krebsrisiko verringern können:
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regelmäßige Bewegung (etwa zwei Stunden Sport/Woche)
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mäßiger Alkoholgenuss
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Vermeidung von Übergewicht kann das Risiko für die Entstehung von Brustkrebs deutlich senken.
Welche Arten von Brustkrebs gibt es?
Die bösartigen Veränderungen können längere Zeit auf einen abgekapselten kleinen Bereich im Drüsengewebe begrenzt sein. Die Tumorzellen breiten sich dabei innerhalb der Läppchen oder Milchgänge aus, wachsen jedoch nicht ins Nachbargewebe ein. Man spricht in diesem Fall von einem Carcinoma in situ (DCIS). Dieses weist eine besonders günstige Prognose auf. Nach einiger Zeit durchbrechen die Krebszellen das Drüsengewebe und siedeln sich im Brustgewebe an. Erst jetzt spricht man von einem invasiven Brustkrebs, also vom Mammakarzinom im eigentlichen Sinne.
Ab diesem Stadium ist das Risiko einer weiteren Verbreitung des Karzinoms gegeben. Es kann sich mit der Zeit in die nahe gelegenen Lymphknoten, vor allem in jene der Achsel (Axilla), ausbreiten und gelangt von dort über die Lymphbahn in andere Organe des Körpers. Auch die primäre Ausbreitung über die Blutbahn (ohne Beteiligung der Lymphwege) ist möglich. In den verschiedenen Organen können sich Tochtergeschwülste (sog. Fernmetastasen) bilden. Das knöcherne Skelett (vor allem Wirbelsäule und Becken), aber auch Leber, Lunge und Eierstöcke können dabei betroffen sein.
Wie werden die verschiedenen Krankheitsstadien eingeteilt?
Die größten Heilungschancen bestehen in Stadium 1. Das heißt, wenn der Krebs nicht größer als zwei Zentimeter und auf das Brustgewebe beschränkt ist. Bei Vorsorgeuntersuchungen kann der Tumor meist schon in diesem Stadium entdeckt werden.
Stadium 2 hat mehrere Facetten. Entweder das Karzinom ist nicht größer als zwei Zentimeter, hat aber bereits Tochtergeschwülste in den Achsel-Lymphknoten gebildet. Oder das Karzinom hat eine Größe zwischen zwei und fünf Zentimetern und hat die Achsel-Lymphknoten noch nicht befallen. Oder der Tumor ist größer als fünf Zentimeter, hat sich aber noch nicht auf die Achsel-Lymphknoten ausgebreitet.
Von Stadium 3A wird gesprochen, wenn das Karzinom kleiner als fünf Zentimeter ist, sich auf die Achsel-Lymphknoten ausgebreitet hat und diese Lymphknoten-Absiedelungen untereinander oder mit der Umgebung verwachsen sind. Oder das Karzinom ist größer als fünf Zentimeter und hat die Achsel-Lymphknoten befallen.
Stadium 3B ist gegeben, wenn sich der Tumor auf das brustnahe Gewebe ausgebreitet hat. Und zwar auf Haut, Rippen und Muskeln der Brust.
In Stadium 3C kann der Tumor jede Größe haben. Die Tumorzellen haben sich auf Brustbein und Gewebe unter dem Arm ausgebreitet und die Lymphknoten unter und über dem Schlüsselbein befallen.
Im Stadium 4 hat sich der Tumor auf andere Körperteile ausgebreitet.
Welche Symptome können auftreten?
Beim Auftreten eines der folgenden Anzeichen sollte die Frau unverzüglich einen Arzt aufsuchen, um eine nähere Untersuchung und Abklärung durchführen zu lassen:
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tastbare Knoten in Brust oder Achsel
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Schwellung oder Rötung der Brust (oder einem Teil derselben)
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Hautveränderung (geschwürartig)
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scheinbare Entzündung der Brustwarze (Ekzem)
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Entzündung der Brust außerhalb der Schwangerschaft
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Veränderung der Hautstruktur (ähnlich der "Orangenhaut")
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Flüssigkeitsaustritt aus der Brustwarze (vor allem, wenn dieser einseitig und blutig ist)
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Einziehung der Brustwarze oder der Haut
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neu auftretende Unterschiede in Größe und Umfang der Brust
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Schwellung der Lymphknoten unter der Achsel.
Auch wenn keines der oben angeführten Symptome auftritt, kann eine Veränderung vorliegen, die von außen weder sicht- noch tastbar ist. Diese Veränderungen können nur über eine Röntgenaufnahme der Brust (Mammographie, Ultraschall) festgestellt werden.
Diese Veränderungen können sein:
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nicht-tastbare Knoten
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Verdichtungen
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umschriebene Strukturunruhe
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Ausweitung eines Milchgangs
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spezielle Anordnung von kleinsten Verkalkungen (Mikroverkalkungen).
Wie wird Brustkrebs behandelt?
Die Möglichkeiten der Behandlung von Brustkrebs werden immer vielfältiger und besser. Operation und Strahlentherapie sind die ersten Behandlungen, die durchgeführt werden. Sofern erforderlich, folgen Chemo- und Hormontherapie.
Operation
Die Operation ist bei den meisten Tumoren die erste, manchmal auch allein ausreichende Methode. Dabei wird der Tumor aus der Brust entfernt. Um sicherzustellen, dass kein Tumor zurückbleibt, wird dieser gemeinsam mit umgebendem gesundem Gewebe entfernt. Sind bereits einige der Lymphknoten befallen, werden auch diese entfernt. Das entnommene Gewebestück wird von Spezialisten genauestens untersucht. Auf diese Weise kann festgestellt werden, ob die Entfernung des gesamten Tumors gelungen ist. In den meisten Fällen kann die Brust bei der Operation erhalten werden.
Während die Lymphknoten in der Achselhöhle der betroffenen Seite früher "sicherheitshalber" entfernt wurden, kann heute mit Hilfe eines speziellen Verfahrens der so genannte Sentinel Node, der "Wächter-Lymphknoten" identifiziert werden. Das ist jener Lymphknoten, der als erster mit der Lymphflüssigkeit, die den Tumor passiert hat, in Berührung kommt. Dieser "Wächter" wird entfernt und histologisch untersucht. Sind in ihm keine Absiedlungen des Tumors zu erkennen, können die anderen Lymphknoten belassen werden. Aber auch wenn eine Entfernung notwendig wird, kann heute nerven- und blutgefäßerhaltend operiert werden. Dadurch können Spätfolgen wie Lymphödeme deutlich gemildert werden.
Die brusterhaltende Operation ist in den letzten Jahren zum Standard geworden. In rund 30% der Fälle ist dieser Eingriff aus verschiedenen Gründen allerdings nicht möglich. In einer solchen Situation besteht die Möglichkeit, die Tumormasse durch eine vor der Operation durchgeführte Chemotherapie so zu verkleinern, dass im Anschluss daran eine brusterhaltende Operation durchgeführt werden kann (neoadjuvante Chemotherapie). Falls die Brust doch zur Gänze entfernt werden muss (Mastektomie), stehen der plastischen Chirurgie mehrere Methoden zur Verfügung, um die Brust neu aufzubauen und ein gutes kosmetisches Ergebnis zu erreichen.
Strahlen- und Chemotherapie
Bei manchen Krebserkrankungen wird nach der Operation eine Strahlen- oder Chemotherapie durchgeführt. Damit wird verhindert, dass einzelne Tumorzellen, die noch im Körper sind, später zu einer erneuten Karzinombildung führen. Mit der Strahlentherapie können Tumorzellen zerstört und ihre Vermehrung verhindert werden. Infolge dieser Behandlung können sich die Krebszellen nicht mehr teilen und sterben ab. Operation und Strahlentherapie erreichen ihr Ziel lediglich an den Körperstellen, an denen sie angewendet werden. Im Unterschied dazu zerstört die Chemotherapie die Krebszellen im ganzen Organismus.
Weil aber die Chemotherapie nicht zwischen kranken und gesunden Zellen unterscheiden kann, schädigt sie auch gesundes Gewebe. Häufig kommt es zu Müdigkeit und Leistungsminderung. Einige Substanzen können zu grippeähnlichen Beschwerden führen. Viele, aber nicht alle Substanzen führen zu Haarausfall. Die Haare wachsen nach Ende der Behandlung allerdings wieder nach. Auch Übelkeit und Erbrechen sind nicht selten. Diese Nebenwirkungen lassen sich medikamentös behandeln. Ebenso kann man Sodbrennen und einem flauen Gefühl im Magen mit Medikamenten entgegenwirken. Auch Durchfälle und Verstopfungen sind durch Medikamente und richtige Ernährung in den Griff zu bekommen. Durch Störung der Blutbildung kann es zu einer erhöhten Infektanfälligkeit und Blutungsneigung kommen. Deshalb wird eine sorgfältige Überwachung der Patientinnen mit regelmäßiger Kontrolle der Laborparameter durchgeführt.
Hormontherapie
Als vierte Behandlungsmöglichkeit steht die Hormontherapie zur Verfügung. Hormonabhängige Tumore haben an ihrer Oberfläche Rezeptoren, an denen Östrogen andocken und dadurch das Wachstum beschleunigen kann. Es gibt unterschiedliche Ansätze in der Hormontherapie, die insgesamt darauf hinauslaufen, dass die Sexualhormone ihre wachstumsfördernde Wirkung nicht entfalten können Diese Therapie verhindert die Hormonproduktion oder blockiert die Wirkung eines Hormons. Meist wird sie eingesetzt, um nach der Operation ein erneutes Auftreten des Tumors zu verhindern. Gerade die Hormontherapien haben im Rahmen der so genannten adjuvanten Therapie in den letzten Jahren für große Fortschritte in der Mammakarzinom-Behandlung gesorgt und die Prognose vieler Patientinnen - auch in fortgeschrittenen Krankheitsstadien - deutlich verbessert.
Neue Therapien in Entwicklung
Derzeit wird intensiv an weiteren Medikamenten geforscht, mit denen die Heilungschancen in Zukunft noch weiter gesteigert werden können. So genannte Angiogenese-Inhibitoren etwa sollen künftig das Wachstum von tumorernährenden Blutgefäßen hemmen. Dadurch wird der Tumor von der Sauerstoff- und Nährstoffversorgung abgeschnitten. Die Gentherapie soll die natürliche Fähigkeit des Körpers zur Bekämpfung von Krankheiten verbessern. Auch Impfstoffe gegen Krebs werden bereits getestet. Ihre Anwendung ist derzeit aber noch auf streng ausgewählte Patienten im Rahmen wissenschaftlicher Studien beschränkt.
Wie kann die Brust wiederhergestellt werden?
Wenn der Tumor bereits zu groß geworden ist oder ungünstig liegt, muss mit der bösartigen Geschwulst die ganze Brust entfernt werden (Mastektomie). Noch immer erleidet beinahe jede dritte an Brustkrebs erkrankte Frau dieses Schicksal.
Allerdings lässt sich jede Brust wieder aufbauen - entweder aus eigenem Gewebe oder mittels einer Prothese. Der Brustaufbau kann zu jedem Zeitpunkt - Monate oder auch Jahre nach der Operation - durchgeführt werden, ohne dass der Frau daraus Nachteile erwachsen.
Rekonstruktion bei Operation
Immer häufiger wird die Brust gleich im Zuge einer Krebsoperation rekonstruiert. Der Aufbau aus körpereigenem Gewebe benötigt dabei mehr Zeit als die Implantation einer Prothese, weil zur Brust- und Lymphknoten-Entfernung noch die Entnahme von körpereigenem Gewebe aus Bauch oder Rücken kommt. Insgesamt handelt es sich also um eine lange Operation.
Der Frau wird auf diese Weise das Gefühl ermöglicht, dass ihr Körper ähnlich ist wie vor dem Eingriff. Das Gefühl, einen emotional besetzten Körperteil verloren zu haben, kann besser hintangehalten werden. Es wird aber auch kritisiert, dass die Frau bei sofortigem Aufbau der Brust eine wichtige Nachdenkphase verliert. Viele Patientinnen, bei denen die Brust erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgebaut wurde, geben an, dass diese Zeit gut für sie war, um die Operation zu verarbeiten. Frauen sollen auch nicht zu einer raschen Brust-Rekonstruktion gedrängt werden.
Prothese
Auch beim Einsetzen einer künstlichen Prothese stellt sich die Frage des richtigen Zeitpunkts. Bei den meisten Frauen, denen die Brust entfernt wird, müssen auch die Lymphknoten entfernt werden. Dadurch kommt es Tage nach der Operation zu einem Lymphfluss, der über einen Schlauch (Drainage) nach außen abgeleitet wird. Dabei besteht immer ein Infektionsrisiko. Wird während der Operation eine Prothese in die Brust eingesetzt, besteht die Gefahr, dass die Patientin diese auf Grund des Lymphflusses verliert. Andererseits kann durch die Prothese aber auch der Abfluss gestört werden, was Komplikationen nach sich ziehen kann. Jede Komplikation kann den Beginn einer möglicherweise dringend notwendigen Chemotherapie verzögern.
Wie hoch sind die Heilungschancen?
Es gibt mehrere Brustkrebsstadien - vom kleinen Karzinom bis zur Metastasenbildung in umliegenden Körperregionen. Wenn sich das Karzinom noch gar nicht ausgebreitet hat, besteht heute eine Überlebensrate von 97 Prozent; drei Prozent sterben trotz Behandlung. Hat sich das Karzinom in naher Umgebung ausgebreitet, überleben beinahe 80 Prozent. Ist es bereits zur Bildung von Metastasen gekommen, reduziert sich die Überlebenschance auf 23 Prozent. Unabhängig vom Stadium, in dem das Karzinom diagnostiziert wurde, beträgt die durchschnittliche Überlebensrate von Frauen mit Brustkrebs fünf Jahre nach der Diagnose 86 Prozent. In Österreich liegt die Überlebensrate derzeit bei 80 Prozent. Tendenz steigend. Dennoch sterben jährlich rund 1.700 Frauen in Österreich an Brustkrebs.
Wie kann ich mich durch Vorsorge schützen?
Internationale Richtlinien zur Früherkennung des Brustkarzinoms verbessern die Chancen, dass dieses in einem frühen Stadium bzw. zu einem frühen Zeitpunkt entdeckt und damit erfolgreich behandelt werden kann. Diese Vorsorgerichtlinien sind heute weltweit nahezu identisch und auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse standardisiert. Bei allen Veränderungen an der Brust sollte demnach sobald wie möglich ein Arzt aufgesucht werden. Auch ohne Veränderungen wird dieser nach den Vorsorgerichtlinien Untersuchungen durchführen, um tastbare oder nicht-tastbare Veränderungen abklären zu können.
Die Empfehlungen zur Vorsorgeuntersuchung resultieren aus der Altersverteilung des Auftretens, um bereits kleinste Veränderungen zu einem ausreichend frühen Zeitpunkt, nämlich im Anfangsstadium, entdecken zu können. Vorsorgeuntersuchungen geben Frauen die - wie in kaum einem anderen Land - kostenlose Möglichkeit, entsprechende Maßnahmen durchführen zu lassen. Diese werden trotz massiver und wiederholter Aufklärung durch medizinische Fachorganisationen bedauerlicherweise zu wenig genutzt - verstärkt durch ein Stadt-Land-Gefälle. Die guten Behandlungs- und Heilungsmöglichkeiten bei frühzeitig erkanntem Brustkrebs zeigen, wie sinnvoll und notwendig die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen sind.
Diese regelmäßige Vorsorgeuntersuchung beinhaltet:
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Selbstuntersuchung der Frau: ab dem 25. Lebensjahr monatlich
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Ärztliche Tastuntersuchung: ab dem 25. Lebensjahr einmal jährlich
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Röntgenuntersuchung der Brust (Mammographie):
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30.-35. Lebensjahr: Ausgangsmammographie
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40.-70. Lebensjahr: jährliche Mammographie
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ab dem 70. Lebensjahr: Mammographie alle zwei Jahre
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Mammographie
Die regelmäßige Röntgenuntersuchung der Brust, die Mammographie, sollte auch ohne Vorliegen von Beschwerden, Symptomen oder Verdachtsmomenten durchgeführt werden. Veränderungen der Brust können sehr klein sein und durch die Abtastung der Brust unentdeckt bleiben.
Mittels Mammographie ist es möglich, diese nicht-tastbaren Veränderungen in einem frühen Stadium zu entdecken. Sollte eine Veränderung (Knoten, Tumor, Verkalkungen etc.) bösartig sein, ist es wichtig, dass das Aufspüren so früh wie möglich erfolgt, bevor sich das Brustkarzinom über die Lymphwege ausbreitet. Zu diesem Zeitpunkt bestehen gute Heilungschancen, ganz besonders bei Vorliegen einer so genannten Frühform.
Bei der Mammographie wird die Brust zwischen zwei Platten etwas zusammengedrückt. So können auch sehr kleine Veränderungen von wenigen Millimetern entdeckt werden. Die meisten Frauen verspüren keine Schmerzen bei der Untersuchung. Die Angst vor der Strahlenbelastung ist bei den heute in Verwendung stehenden modernen Geräten völlig unbegründet. Die Strahlenbelastung einer Mammographie entspricht einem Bergaufenthalt von drei Tagen, das Zusammenpressen der Brust bringt keine Nachteile für das Gewebe.
Ergänzend wird vom Radiologen oftmals eine Ultraschall-Untersuchung (keine Strahlenbelastung) durchgeführt, da sich bei dieser Untersuchung manchmal Veränderungen erkennen lassen, die in der Mammographie nicht oder nicht gut gesehen werden können (z.B. Zysten). Bei speziellen Fragestellungen wird auch eine Magnetresonanz-Tomographie durchgeführt, bei der es ebenfalls zu keiner Strahlenbelastung kommt.
Wie kann ich meine Brust selbst untersuchen?
Mit der Selbstuntersuchung können Knoten in der Brust entdeckt werden, hinter denen möglicherweise Krebs steckt. Auch Hautveränderungen, Einziehungen, Rötungen, Schwellungen und Entzündungen können ein Hinweis sein. Sie sollten auf jeden Fall dem Arzt berichtet und genauer untersucht werden. Dabei ist es wichtig zu bedenken, dass nur die wenigsten Veränderungen der Brust einen Krebs zur Ursache haben. Aber: Sicher ist sicher! Je früher ein Mammakarzinom entfernt wird, desto besser.
Die Selbstuntersuchung sollte einmal pro Monat durchgeführt werden. Der ideale Zeitpunkt liegt eine bis zwei Wochen nach der Monatsblutung. Gehen Sie dabei wie folgt vor:
Vor dem Spiegel
Stellen Sie sich mit bloßem Oberkörper vor einen Spiegel. Legen Sie die Arme an den Körper und sehen Sie sich genau an. Achten Sie auf Veränderungen an den Brustwarzen sowie an der Haut. Kontrollieren Sie Form und Umfang der Brust.
In einem nächsten Schritt werden die Arme über den Kopf gehoben - die Brüste müssen dabei der Bewegung folgen und die Brustwarzen auf gleicher Höhe stehen. Vergleichen Sie diesmal die Brüste untereinander: Achten Sie auf Unterschiede wie Hautunregelmäßigkeiten, eingezogene Brustwarzen oder eine veränderte Brustform.
Dann stemmen Sie die Hände fest in die Hüften und betrachten die Brüste wieder von allen Seiten.
Untersuchung unter der Dusche
Linken Arm hochheben. Mit der rechten Hand linke Brust und Achselhöhle mit kreisformigen Bewegungen waschen. Auf Knoten und Veränderungen achten. Gleiche Kontrolle bei der rechten Brust und Achselhöhle wiederholen.
Untersuchung im Liegen
Den Arm der Seite, die untersucht werden soll, weit nach oben heben. Jede Brust mit allen Fingern der flachen Hand kreisformig abtasten. Die rechte Hand geht zur linken Brust, die linke Hand zur rechten Brust. Alle Abschnitte der Brust sollten gleich gründlich abgetastet werden. Achten Sie dabei besonders auf die untere Brustregion. Beobachten Sie, ob sich unter der Haut Teile der Brust nur schwer verschieben lassen. Tasten Sie Ihre Achselhöhlen ab, dort befinden sich manchmal tastbare Lymphknoten.
Wenn Sie Veränderungen feststellen oder sich nicht ganz sicher sind, suchen Sie rasch einen Arzt auf. Die meisten Veränderungen sind harmlos, bedürfen aber einer Abklärung.
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