Bluthochruck - Angina pectoris (Herzenge)
Angina pectoris
Bei der Angina pectoris führt eine akute Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff und Nährstoffen zu ausgeprägten Schmerzen in der Herzgegend. Zu den typischen Symptomen zählen weiters Beklemmungen sowie ein Engegefühl im Brustkorb.
Die Schmerzen können in verschiedene Richtungen ausstrahlen und sehr unterschiedliche Beschwerden hervorrufen. Deswegen werden Angina-pectoris-Beschwerden manchmal fälschlich als Magen-, Zahn- oder Schulter- und Armschmerzen gedeutet.

Wie kommt es zur Herzenge?
Ursache der Erkrankung ist die drastische Verengung eines oder mehrerer Herzkranzgefäße (Koronare Herzkrankheit/KHK). Die so genannten Koronararterien versorgen normalerweise das Herz mit Blut. Kommt es jedoch zu einer Verengung, gelangt nicht mehr genügend Blut zum Herzmuskel. Diese Unterversorgung führt vor allem bei körperlicher Anstrengung zu Schmerzen (Angina pectoris).
Auch andere Erkrankungen wie Blutmangel (Anämie), Stoffwechselerkrankungen (z.B. Schilddrüsenüberfunktion), Herzrhythmusstörungen oder Herzklappenfehler können eine Angina pectoris verursachen oder verschlimmern. Es existiert auch ein Krankheitsbild, bei dem sich die Herzkranzgefäße verkrampfen und verengen, ohne verkalkt zu sein: die so genannte Prinzmetal-Angina.

Welche Risikofaktoren gibt es?
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Veranlagung zu Arterienverkalkung/Atherosklerose
(Verwandte, die früh an Angina pectoris erkrankt sind)
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Hohes Alter
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Rauchen
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Männliches Geschlecht
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Hormonsituation nach der Menopause
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Diabetes, sowohl Typ 1 (insulinabhängiger Diabetes mellitus) als auch Typ 2 (nicht-insulinabhängiger Diabetes mellitus). Auf Grund einer diabetischen Nervenerkrankung kann die Koronare Herzkrankheit bei diesen Patienten oftmals mit nur geringen oder ohne Schmerzen ("stumm") auftreten.
Erhöhter Blutdruck (Hypertonie)
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Erhöhtes LDH-Cholesterin ("böses" Cholesterin), niedriger HDL-Cholesterin-Spiegel ("gutes" Cholesterin)
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Übergewicht
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Stress
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Bewegungsmangel

Veranlagung zu Arterienverkalkung/Atherosklerose
Zu den typischen Beschwerden kommt es meist bei körperlicher Anstrengung. Aber auch Kälte oder emotionaler Stress können auslösend wirken.
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drückende Schmerzen hinter dem Brustbein oder im ganzen Brustkorb
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eventuell Ausstrahlen der Schmerzen in den linken Arm bis in die Hand, in beide Arme, in den Hals, den Unterkiefer und die Zähne oder in den Bauch.
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beklemmendes, würgendes Gefühl im Hals
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Beklemmungsgefühl im Brustbereich
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Angst, oft Todesangst

Wie stellt der Arzt die Diagnose?
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Die Krankengeschichte (Anamnese), die typischen Symptome und das Ergebnis eines EKG (Elektrokardiogramm) führen zur Diagnose. Auch die umgehende Besserung des Zustandes nach der Einnahme von Nitroglyzerin weist auf die richtige Diagnose hin.
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Darüber hinaus kann ein Belastungs-EKG gemacht werden: Der Patient sitzt auf einem Trainingsfahrrad oder läuft auf einem Laufband; bei steigender Belastung werden EKG-Kurven aufgezeichnet. Diese Untersuchung gibt darüber Aufschluss, ob die belastungsabhängigen Schmerzen vom Herzen herrühren oder nicht.
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Die Echokardiographie ist eine Untersuchung des Herzens mit dem Ultraschallgerät. Der Herzmuskel und seine Bewegungen können auf diese Weise genau und schmerzlos untersucht werden.
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Mit den bildgebenden Verfahren Magnetresonanz-Tomographie (MRT) und Computer-Tomographie (CT) können Kalkablagerungen in den Herzgefäßen nachgewiesen werden.
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In manchen Fällen werden die Herzkranzgefäße direkt mit Hilfe eines Herzkatheters untersucht (Koronarangiographie).

Was kann der Arzt tun?
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Der Arzt wird den Patienten zunächst auf mögliche Risikofaktoren hin untersuchen, wenn erforderlich weitere Untersuchungsschritte in die Wege leiten und auf Basis der Befunde eine medikamentöse Behandlung verordnen.
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An erster Stelle steht jedoch die Beseitigung der Risikofaktoren (Rauchen, Übergewicht, erhöhte Cholesterinwerte etc.). Regelmäßige körperliche Aktivität, auch im mittleren Alter neu aufgenommen, führt zu einer Verbesserung der Prognose und der Beschwerden. Ausdauersportarten sind dabei gegenüber Schnellkraft- oder Kraftsportarten zu bevorzugen. In speziellen Herzgruppen wird unter fachkundiger Anleitung individuell trainiert.
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Sind intensivere Maßnahmen erforderlich, kann ein verengtes Herzkranzgefäß aufgedehnt werden. Dies geschieht mit Hilfe eines kleinen Ballonkatheters, der über die Leistenarterie durch die Blutgefäße in das verengte Herzkranzgefäß vorgeschoben wird (Ballondilatation).
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In manchen Fällen wird als Gefäßstütze ein Metallgitter (Stent) eingesetzt.
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Eventuell kann eine Bypass-Operation erforderlich sein. Hier wird die Verengung mittels einer Vene, die dem Patienten an einer anderen Körperstelle entnommen wird, überbrückt.

Welche Möglichkeiten der medikamentösen Behandlung gibt es?
Unter anderem werden folgende Medikamente häufig vom Arzt verordnet:
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Thrombozytenaggregationshemmer (z.B. Aspirin) beugen der Entstehung von Blutgerinnseln vor.
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Nitroglyzerin in Form von Tabletten oder als Spray ist gefäßerweiternd, wirkt sofort (binnen Sekunden) bei Angina-pectoris-Anfällen. Nitroglyzerin kann auch als Pflaster angewendet werden. So wird der Körper über die Haut kontinuierlich mit einer gleich bleibenden Menge des Wirkstoffs versorgt.
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Beta-Blocker (z.B. Pindolol) senken den Blutdruck und die Schlagfrequenz des Herzens und entlasten es auf diese Weise.
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Kalzium-Kanal-Blocker (z.B. Isradipin) senken den Blutdruck und entlasten das Herz.
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ACE-Hemmer senken den Blutdruck und schützen den Herzmuskel.
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AT1-Blocker (z.B. Valsartan) senken den Blutdruck. Sie sind besonders gut verträglich und werden auch in Kombination mit harntreibenden Medikamenten eingesetzt.
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Statine (z.B. Fluvastatin) senken den Cholesterinspiegel im Blut und beugen so der Atherosklerose vor.
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Cholesterin-Resorptionshemmer (z.B. Ezetimib) verhindern die Aufnahme von Cholesterin im Darm und senken dadurch den Cholesterinspiegel im Blut. Sie werden häufig in Kombination mit Statinen eingesetzt.

Unter anderem werden folgende Medikamente häufig vom Arzt verordnet:
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Verzicht auf das Rauchen: Der Griff zur Zigarette erhöht Ihr Infarkt-Risiko deutlich.
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Gesunde, fettarme, abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse
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Reduktion von Übergewicht
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Bewegung: ein täglicher halbstündiger Spaziergang im flotten Tempo reduziert Ihr Risiko.
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Richtige Einstellung eines eventuell vorliegenden Diabetes mellitus
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Richtige Einstellung eines eventuell vorliegenden Bluthochdrucks
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Diät bzw. Medikamente bei erhöhten Blutfetten
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Befolgen ärztlicher Ratschläge!

Prognose
Eine Angina pectoris ist ein Warnsignal für einen drohenden Herzinfarkt, Herzversagen oder Herzrhythmusstörungen mit plötzlichem Herztod. Um diese Komplikationen zu vermeiden, sollten Sie daher unverzüglich einen Arzt aufsuchen, wenn Sie Brustschmerzen haben.
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